11.09.2007Wildau: Bücher und Computer statt Dampfloks

Einweihung TFH Wildau IKMZ Bild 2Der Leiter der Niederlassung Frankfurt (Oder) des Brandenburgischen Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen (BLB), Klaus Zeuge, übergab heute als Bauherr zwei sanierte Hallen an die Technische Fachhochschule (TFH) Wildau. Die 1991 gegründete Hochschule verfügt nun über ein modernes Informations-, Kommunikations-, und Medienzentrum (IKMZ), eine neue Mensa, drei zusätzliche Seminarräume, neue Werkstätten und Laborräume sowie einen großen Hörsaal. Über 30 Millionen Euro investierten das Land Brandenburg, der Bund und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung in die Sanierung der alten Hallen. Einen Großteil der Bauaufträge übernahmen Unternehmen aus dem Land Brandenburg.

Hallen mit Industriegeschichte

Seit über 100 Jahren ist Wildau als Industriestandort bekannt. An dem heutigen Standort der TFH errichtete 1897 die Firma Schwartzkopff ein Lokomotivwerk und eine - heute denkmalgeschützte - Werksiedlung. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Montagehallen vor allem für die Rüstungsproduktion genutzt. Nach Kriegsende wurde das Werk zu großen Teilen demontiert.
Die frisch sanierte Halle 10 diente in früheren Zeiten als Auslieferungshalle für Dampflokomotiven. Doch heutzutage muss man die Studentinnen und Studenten nicht mehr unter Dampf setzen, sondern Ihnen vielmehr optimale Studienbedingungen bieten. Und das leistet die TFH Wildau mit der Neugestaltung der Halle 10. In dieser Halle befinden sich die Mensa, die Cafeteria und das IKMZ. Der Mensa- und Cafeteriabereich befindet sich im Erd- und Kellergeschoss während die oberen Stockwerke von dem IKMZ genutzt werden. Der Speisesaal der Mensa umgibt symmetrisch die in der Mitte des Gebäudes eingerichtete Essensausgabe.
Bei der baulichen Umgestaltung nahmen die Architekten des Büros Chestnutt Niess aus Berlin besondere Rücksicht auf die vorhandene dominierende historische Gestaltung des Gebäudes. Und dies ohne auf ihre moderne Architektursprache zu verzichten. Mittels eingefärbter Betonflächen und einer modernen Stahl-Glas-Konstruktion in den Fensteröffnungen der Fassade ist den Architekten dieser Spagat eindrucksvoll gelungen.

Haus im Haus
Die Halle 14 beherbergte früher eine Räder- und Zylinderwerkstatt. Da ist die Unterbringung des Fachbereichs Maschinenbau nahe liegend. In dieser Halle befinden sich nun ein Hörsaal mit 270 Plätzen, drei große Seminarräume mit je 90 Plätzen und Laborräume und Werkstätten. Um die denkmalgeschützte Bausubstanz und den Charakter der Produktionshalle zu erhalten, griffen die Architekten des Büros Anderhalten aus Berlin zu einer besonderen Methode: Sie bauten ein Haus im Haus, das neue Gebäude steht frei im Hallenraum. Dadurch ist gewährleistet, dass die äußere Hülle des historischen Gebäudes fast unberührt erhalten bleibt, aber auch, dass der Umbau allen modernen Anforderungen einer Technischen Hochschule gerecht wird. Eine Besonderheit ist der vollständig verglaste Hörsaal.
„In den nächsten fünf Jahren werden wir weitere 29 Millionen Euro investieren und das Verfügungsgebäude II fertig stellen. Dann verfügt die TFH Wildau über weitere Hörsaal-, Seminar-, Labor-, und Büroflächen und erfüllt alle Anforderungen an eine moderne technische Hochschule. Damit werden 2012 die Baumaßnahmen an der TFH Wildau abgeschlossen sein", prognostiziert der Niederlassungsleiter des BLB, Klaus Zeuge.

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